¿Sostenibilidad - qué es? – Nachhaltigkeit - was ist das?
Was für ein Land? Peru - ein Land der Kontraste - erstreckt sich 2.300 km entlang der Pazifikküste Lateinamerikas, zieht sich mitten durch die extrem hohen, schneebedeckten Anden, ist übersät mit dichtem Regenwald und speist lebenswichtiges Wasser in den Amazonas und seine Nebenarme. Eigentlich, so könnte man denken, ein reiches Land, gesegnet mit vielen natürlichen Ressourcen und einer atemberaubenden Pflanzen- und Tierwelt. Nur leider ergötzen sich an diesem Reichtum, wie wir bereits in vielen anderen Entwicklungsländern beobachten konnten, nur einige Wenige und dafür jedoch schöpfen sie aus vollen Kannen in ihre eigenen Taschen. In so einem Land, wo dir die Armut und Kinderarbeit täglich begegnet, ist es schwierig Themen wie Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung anzusprechen bzw. Zeichen davon ausfindig zu machen. Dennoch gibt es sichtbare Ansätze. Denn wie Bangladesh ist auch Peru eines der Länder, die weltweit am schlimmsten vom Klimawandel betroffen sind. In den einschlägigen Medien findet sich fast jeden Tag ein Artikel zu den Auswirkungen des Klimawandels in bestimmten Regionen oder auf Flora und Fauna.
An dieser Stelle kann man sich die Frage stellen, was hat Klimawandel denn eigentlich mit Nachhaltigkeit zu tun? Um den Klimawandel zu begegnen oder gar zu bekämpfen, wird oft gepredigt langfristig zu denken und in vielen Fällen sind sicherlich aufwändige Veränderungen von Nöten, die nur über einen langen Zeitraum hinweg realisierbar sein werden. Gleiches predigt auch der Ansatz der Nachhaltigkeit, der darauf verweist die Ressourcen von heute für die Generationen von morgen zu bewahren. Und schon haben wir zwei wissenschaftliche Konstrukte, die in einem Entwicklungsland schwer umsetzbar scheinen. Und doch finden sich einige kleine Anzeichen hier und da, die Hoffnungsschimmer weiter tragen.
Im letzten Frühjahr während des Lateinamerikabesuches unserer Bundeskanzlerin beispielsweise wurde der Aufbau eines neuen Umweltministeriums für Peru beschlossen. Erste Schritte sind bereits in die Wege geleitet worden, was ja sozusagen erst einmal ein gutes Zeichen ist, so könnte man annehmen. Auf dem zweiten Blick wird allerdings sichtbar, dass einige wichtige Bereiche wie beispielsweise die Forstwirtschaft und der Bergbau, dort wo die peruanische Industrie momentan die größten Verwüstungen anrichtet, für das Umweltministerium außen vor bleiben werden. Und schon fängt man an zu zweifeln, hat aber immer noch Hoffung. Langfristig zu denken scheint hier ein unmögliches Konstrukt zu sein. Man fragt sich beispielsweise, warum Peru weltgrößter Fischmehlexporteur ist und den ganzen Fischreichtum leerplündert, um das nahrhafte Futter in die westliche Welt zu entsenden, damit dort die Zuchttiere wohl genährt werden. Wobei es doch auf der ganzen Welt verzweifelte Aufschreie von Naturschutzorganisationen gibt, diesem Einhalt zu gebieten. Vor allem was passiert eigentlich, wenn es keine Fische mehr gibt. Perus Nationalgericht Ceviche - roher Fisch mit Zitronensauce -, wird es dann einfach nicht mehr geben, oder es wird nur noch für Priviligierte erwerbbar sein…und dann?
—————
Anita Augustin (pdf) und Eva Ringhof (pdf) arbeiten im Rahmen ihrer Teilnahme am Young Leader for Sustainability Programms 2008 im Projekt “Anpassungsstratgien an den Klimawandel im Kaffee-/Teesektor” für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn, Deutschland und Piura, Peru. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: “Adaptation for Smallholders to Climate Change” (AdapCC).